Erster gemeinsamer Nahverkehrsplan im ZRNN vorgestellt
04. Februar 2009

RHEINHESSEN-NAHE. 4.2.2009. Die Ländräte der im Zweckverband Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund (ZRNN) zusammengeschlossenen Landkreise Mainz-Bingen, Bad Kreuznach, Birkenfeld und Alzey-Worms stellen den ersten gemeinsamen Nahverkehrsplan des ZRNN in Ingelheim vor. Das Ende November beschlossene Werk legt ein Anforderungsprofil für den ÖPNV im RNN-Verbundgebiet fest. „Dieser Rahmenplan setzt damit erstmals verbundweit Mindeststandards für die Haltestellen- und Fahrzeugausstattung, die Haltestellendichte und die Verbindungshäufigkeiten. Und er bildet die Klammer für die ebenfalls parallel aufgestellten Teil-Nahverkehrspläne der einzelnen Kreise und Mittelstädte“, erläutert Landrat Claus Schick als Verbandsvorsteher des ZRNN die Zielsetzung.

 

Die Teil-Nahverkehrspläne konkretisieren die Anforderungen für den lokalen Bereich. Sie werden für die Landkreise Bad Kreuznach, Birkenfeld, Mainz-Bingen sowie für die Städte Bad Kreuznach, Bingen, Idar-Oberstein und Ingelheim erstellt und in den Gremien der jeweiligen Gebietskörperschaft im Nachgang zum Rahmen-NVP beschlossen. „Im Landkreis Mainz-Bingen werden aufgrund einer Anhörung die vielfältigen Anregungen noch eingearbeitet. Ein Beschluss soll im März 2009 erfolgen“, ergänzt Landrat Schick. Auch für die Pläne für die Landkreise Bad Kreuznach und Birkenfeld ist eine Beschlussfassung im Frühjahr vorgesehen.

 

„Die Grundsätze des Anforderungsprofils orientieren sich am Nahverkehrsplan Alzey-Worms im Hinblick auf verbundweit einheitliche Maßstäbe“, informiert Landrat Ernst-Walter Görisch. „Denn Alzey-Worms hat bereits 2005 seinen Nahverkehrsplan aufgestellt.“

Eine dieser Forderungen ist z.B., dass alle Mittelzentren innerhalb von 45 Minuten möglichst umsteigefrei oder maximal einem Umstieg zu erreichen sein sollen. Für die im Raumordnungsplan festgelegten Mittelzentren wurde daher vom beauftragen Gutachter „Planung Transport Verkehr (ptv)“ aus Karlsruhe die Erreichbarkeit aus allen zugeordneten Orten geprüft und Mängel aufgezeigt. Anhand der aufgestellten Kriterien wurden auch Bereiche ermittelt, die zu weit von der nächsten Bus- oder Bahnhaltestelle entfernt liegen und Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen, um dieses zu ändern.

 

Die derzeitigen gesamten Verkehrsströme (ÖPNV und Autoverkehr) wurden in drei Verbindungs-Klassen eingeordnet. Die für jede Verbindungsklasse festgelegten Mindest-Verbindungshäufigkeiten je Tageszeit und Tag wurden dann auf die Umsetzung anhand des aktuellen ÖPNV-Angebots überprüft. Als einziger regionaler (kreisübergreifender) Mangel wurde die fehlende Direktverbindung Ingelheim – Wiesbaden festgestellt. Zielsetzung ist es die festgestellten Mängel innerhalb der Laufzeit des NVP von 2008 bis 2013 abzustellen.

 

Für die Fahrzeugausstattung wurde festgelegt, dass bei Neuanschaffungen diese behindertengerecht sein muß, z.B. durch Anschaffung niederfluriger Busse. Zur Verbesserung der Anschlusssicherheit sollen in den nächsten Jahren an Umsteigeanlage Bahn/Bus, wie Ingelheim oder Bad Kreuznach, Kunden-Informationssysteme eingerichtet werden.

In den Aussagen des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehrs Rheinland-Pfalz Süd zur Entwicklung des Schienenverkehrs in Rheinhessen-Nahe sind die Anregungen des ZRNN mit eingeflossen. “Basis dafür bildet das Konzept Rheinland-Pfalz-Takt 2015, das neben einem ausgeweiteten Netz von Regional-Express-Linien, Verdichtung von Takten auch die Reaktivierung der Bahnstrecke nach Baumholder vorsieht“, nennt Landrat Axel Redmer als stellvertretender Verbandsvorsteher des ZRNN eine beispielhafte Maßnahme.

Untersuchungen zur Entwicklung und Standards für Freizeitverkehre sollen in der Fortschreibung des NVP vorgenommen werden.

 

Die Verkehrsunternehmen wurden bei einzelnen Sitzungen des begleitenden Arbeitskreis der Gebietskörperschaften hinzugezogen. Gemeinden, Verbände und sonstige Interessensgruppen, also insgesamt 191 Institutionen wurden im Beteiligungsverfahren angeschrieben. Von 50 Institutionen gab es Rückmel-dungen, davon haben 11 Änderungsvorschläge zu Inhalten des gemeinsamen Nahverkehrsplanes unterbreitet, die zum Teil auch in die vorliegende Fassung aufgenommen wurden.

 

Abschließend sieht Landrat Karl-Otto Velten,  „nicht nur den gemeinsamen Nahverkehrsplan, sondern den gesamten RNN als eines der wichtigesten gemeinsamen Projekte, das verdeutlicht, wie gut die regionale Zusammenarbeit in der Region Rheinhessen-Nahe über Landkreisgrenzen hinweg funktioniert." Dieses werde auch an der Präsenz der vier Landräte deutlich.

 

Der gemeinsame Nahverkehrsplan ZRNN zum Download (Größe: NVP 2,4 MB + Anhang 5,5 MB):

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