Oppenheims Kellerlabyrinth
18. Oktober 2005

Heutzutage sind nur wenige verlässliche Daten über die Entstehungsgeschichte der Keller bekannt. Viele ältere Oppenheimer wissen zwar aus Erzählungen und Geschichten noch in etwa, wo ihre Keller waren oder zu vermuten sind, doch exakte Pläne oder Unterlagen gab es nicht. In den letzten Jahren wurden die alten unterirdischen Anlagen wiederentdeckt. Es handelt sich nicht wie es sich für einen Weinbauort vermuten lässt um alte Weinkeller, sondern sie dienten wohl zur Lagerung von Lebensmitteln aller Art, vor allem aber dem Bier, denn die Stadt Oppenheim verfügte über das Braurecht. Die Lagerung konnte auf Grund der günstigen geomorphologischen Vorraussetzungen, der bis zu acht Meter dicken Lößlehmschicht, die ein günstiges Mikroklima mit einer Temperatur von konstant 8 – 9°C begünstigt, durchgeführt werden. Die Oppenheimer Bürger wussten dies zu nutzen und wohl jeder Hausbesitzer grub sich seinen eigenen Keller. Im Laufe der Zeit entstand so ein weit verzweigtes Labyrinth mit mehreren Etagen im Untergrund der Stadt Oppenheim. Die mangelnde Pflege während der letzten Jahrhunderte hat jedoch immense Schäden am Kellersystem entstehen lassen.

Mit dem Beginn der Stadtsanierung Ende der 80er Jahre wurde die Aufmerksamkeit wieder auf das "Kellerlabyrinth" gelenkt. Nach dem Beginn der Untersuchungen der oberirdischen Bauten erinnerte man sich wieder an die "Unterstadt", da erkannt wurde, dass eine oberflächliche Stadtsanierung ohne eine unterirdische Sanierung nicht möglich sein würde. Dabei fand dann auch die Erfassung der Anlagen statt. Bis heute sind ca. 600 Einzelanlagen entdeckt worden. Doch der Großteil der Anlagen ist bis heute noch nicht genau vermessen bzw. dokumentiert worden. Seit April 2003 sind die als Denkmal nationaler Bedeutung anerkannten Keller und Gänge zumindest in einem Teilbereich zwischen Katharinen- und Bartholomäuskirche sowie in wenigen privaten Kelleranlagen der Öffentlichkeit zugänglich. Engagierte Führerinnen und Führer öffnen den Gästen die Tür zu einer unbekannten Welt. Hier warten Geschichte und Geschichten, die lange Zeit im Verborgenen lagen. Kulturelle Höhepunkt sind die Festspiele, die seit der Saison 2003 in der „Stadt unter der Stadt“ ein zweites Zuhause gefunden haben. Kleine, intime und experimentierfreudige Aufführungen entfalten in den Kellern eine unvergleichliche Atmosphäre im direkten Kontakt mit dem Publikum.

 

Stadt Oppenheim

Merianstraße 2

55276 Oppenheim

Tel: 061 33 / 49 09 14 u. 49 09 15

Fax: 061 33 / 49 09 29

E-Mail: info@stadt-oppenheim.de

Internet: http://www.stadt-oppenheim.de/

Öffentliche Führungen

Reservierungen per Telefon, Fax oder E-Mail

Tel: 061 33 / 49 09 14 u. 49 09 19

Fax: 061 33 / 49 09 29

E-Mail: info@stadt-oppenheim.de

Sa.: 12:00 u. 13:30 Uhr

So. u. an Feiertagen: 11:30, 13:30, 14:30 u. 15:30 Uhr

Eintritt

Erwachsene: 5,00 Euro

Kinder 5-14 Jahren: 2,50 Euro

Kinder unter 5 Jahren: frei

Dauer: ca. 60 Minuten

Die Eintrittskarten werden entweder im Rathaus, im Winzerausschank des Rathauses oder bei den Gästebegleitern direkt vor der Führung erworben. Gäste, die telefonisch voranmelden, erfahren das "wo" detailliert. Im Bedarfsfall werden weitere Führungstermine arrangiert.

Sie können auch spontan zu einr der Führungen kommen. Allerdings ohne Garantie, dass Sie teilnehmen können, da eine Gruppe 20 Personen nicht übersteigen soll.

Individuelle Führung

Buchung unter

Tel: 061 33 / 49 09 14 u. 49 09 19

Fax: 061 33 / 49 09 29

E-Mail: info@stadt-oppenheim.de

Maximale Teilnehmerzahl: 20 Personen pro Gruppe

Kosten: 100,00 Euro pro Gruppe

Dauer: ca. 60 Minuten

Veranstaltungen / Festspiele

Tel: 061 33 / 49 09 14 Fax: 061 33 / 49 09 29

E-Mail: info@stadt-oppenheim.de

Internet: www.stadt-oppenheim.de/starten.htm

 

Bus + Bahnanreise

Anreise mit dem Zug RB 44 zum Oppenheimer Bahnhof. Der Marktplatz liegt etwa 500 m vom Bahnhof entfernt.

 

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