RNN startet mit dynamischer Fahrgastinformation
18. November 2010

RHEINHESSEN-NAHE.17.11.2010. RHEINHESSEN-NAHE. Im Beisein von Staatssekretär Alexander Schweitzer vom rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium hat Landrat Claus Schick den Start des Projekts „Dynamische Fahrgastinformation im Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund (RNN)“ verkündet.

 

Für rund 2 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren in einer ersten Stufe 45 Bahn- und Bushaltestellen mit hoher Umsteiger- und Einsteigerzahl mit Anzeigen zur dynamischen Fahrgastinformation im RNN ausgerüstet. Landrat Schick begrüßt, dass sich das Land im Rahmen der „Echtzeit-Initiative“ mit rund 60% an den Investitionskosten der dynamischen Anzeiger zur Fahrgastinformation beteilgt. Die im Zweckverband Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund zusammengeschlossenen Gebietskörperschaften tragen neben den Betriebs-kosten die restlichen 40%. Die jeweilige Stadt oder Gemeinde, in der die Anzeiger geplant sind, soll sich mit der Bereitstellung eines Stromanschlusses beteiligen. Die Verkehrsunternehmen liefern von ihren Bussen und Zügen die entsprechend notwendigen Echtzeitdaten.

Zielsetzung des Projektes ist es, die Fahrgäste über die aktuellen Abfahrtszeiten der an der jeweiligen Haltestelle verkehrenden Bus- und Bahnlinien zu infor-mieren. Ein weiteres Ziel besteht darin, an Umsteigehaltestellen die Anschluss-sicherung insbesondere bei Umstieg von Bahn auf Bus zu verbessern.

 

Angezeigt wird jeweils die IST-Abfahrtszeit im Countdown-Verfahren, also z.B. “in 3 Minuten“ kommt der Bus oder Zug, die Linie und das Fahrtziel; bei großen Anlagen auch der Bus- oder Bahnsteig. Bei Umleitungen oder Sonderverkehren können die Fahrgäste mit Sondertexten informiert werden. Die Größen des Displays (Anzeigers) und die angezeigten Inhalte variieren je nach Standort und den dort angezeigten Verkehrsmitteln. Die Palette reicht vom 4-zeiligen bis zum zu 16-zeiligen Displays für große Umsteigestationen an zentralen Bahnhöfen.

 

Die nächsten Standorte, an denen Anzeigen zur dynamische Fahrgast-information im RNN errichtet werden, sind die Haltestellen Stadecken-Elsheim Ehrensäule, Nieder-Olm Kirche, Stromberg Gerbereiplatz und Birkenfeld Tal-weiherplatz. Sobald auch von der DB Regio und trans regio die aktuellen Fahrplandaten der Züge bereitgestellt werden, können auch Anzeigen an den größeren Bahnhöfen aufgestellt werden. Als erste Bahnhöfe sind geplant Bad Kreuznach, Ingelheim, Bad Sobernheim, Bingen, Alzey und Idar-Oberstein auszurüsten.

„Damit beginnt im RNN eine wichtige Etappe zur besseren Fahrgastinformation und Anschlusssicherung an Bahn- und Bushaltestellen“, ist sich Landrat Schick sicher.

 

Ingelheims Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard begrüsst, dass die erste Anzeige in Ingelheim und direkt vor „seinem“ Rathaus steht, für den die Stadt Ingelheim den notwendigen Stromanschluss bereitgestellt hat. Er freut sich den Rheinland-Pfalz-Tag 2012 ausrichten zu dürfen und wünscht sich vom RNN, dass bis dahin auch der Ingelheimer Bahnhof mit entsprechenden Anzeigen über die Bahn- und Busabfahrten ausgerüstet wird. Auch in Ingelheims neuer Mitte kann er sich vorstellen, dass mitten im Einkaufszentrum über aktuelle Zug- und Busabfahrten informiert wird.

 

Für die Verkehrsunternehmen im Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund begrüßt ORN-Geschäftsführer Hans-Egon Link das Engagement seitens des Landes Rheinland-Pfalz und der Gebietskörperschaften im RNN bei der Anschaffung von Anzeigen für die dynamische Fahrgastinformation.

 

Wie kommt denn eigentlich die Information vom Bus oder Zug auf den Anzeiger? Die Pilotanlage in Ingelheim wird von einem Datenserver versorgt, der die Daten der ORN-Busse sammelt, aufbereitet und dann drahtlos an den Informations-anzeiger vor Ort übermittelt. Damit diese Echtzeitdaten angezeigt werden können, ist die Ausrüstung der Busse und Züge mit Geräten zur Fahrzeugortung notwendig. Der Vergleich der Fahrplanzeiten mit den tatsächlichen Fahrzeiten führt zur voraussichtlichen Ankunftszeit des Fahrzeuges an der Haltestelle. An einer zentrale Stelle werden diese Daten von verschiedenen Verkehrsunter-nehmen zusammenführt, weitergeleitet und aufbereitet, bevor sie an den Fahrgastinformations-Anzeiger übermittelt werden können.

 

Da bekanntlich der Teufel im Detail steckt, ist Hans-Egon Link froh, dass nun die erste Pilotanlage hier in Ingelheim mit Echtzeitdaten seines Unternehmens Rhein-Nahe-Bus versorgt wird. Die nächsten Etappen bestehen darin, nach und nach die Daten von weiteren Verkehrsunternehmen einzubinden und sämtliche Fahrzeuge mit geeigneten Geräten zur Datenlieferung auszurüsten.

RNN-Geschäftsführer Wolfgang Hammermeister erläutert, dass mit den Verkehrsunternehmen im RNN noch zu klären sei, über welche Datenwege und zentralen Stellen die Zusammenführung erfolgen soll. Eingebunden werden sollen alle Verkehrsunternehmen, also insbesondere noch DB Regio, trans regio, Mainzer Verkehrsgesellschaft, Stadtwerke Bingen, Verkehrsgesellschaft Bad Kreuznach, Verkehrsgesellschaft Idar-Oberstein, Rhenus-Veniro, Rhein-Neckar-Bus (BRN), Herz und ESWE Verkehr.

 

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