Stationsausbau zwischen Mainz und Guntersblum beginnt
21. Dezember 2018

RHEINHESSEN. Mit einem gemeinsamen Spatenstich für die vier Bahnstationen im Gebiet des Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund, die S-Bahn-Rhein-Neckar-gerecht ausgebaut werden, beginnt nun die Bauphase in Dienheim, Guntersblum, Nierstein und Mainz-Laubenheim. Die Bau- und Planungskosten für diese 4 Stationen betragen rund 20 Millionen Euro, von denen die Kommunen mit 6 Million Euro rund ein Drittel der Kosten tragen.

Dienheims Ortsbürgermeister Norbert Jochem begrüßt in der Nähe der künftigen neuen Bahnstation in Dienheim die Gäste des Spatenstichs und freut sich darüber, „dass Dienheim nun Anschluss an die Welt bekommt, denn die Dienheimer warten gespannt darauf zum ersten Mail ab Dienheim mit der Bahn losfahren zu können.“

Landrat Claus Schick sieht in der Modernisierung und im Neubau der Bahnstationen entlang der Bahnstrecke Mainz – Worms ein wichtiges Projekt zur Verbesserung der Bahninfrastruktur in Rheinhessen. Für die Pendler im Landkreis Mainz-Bingen wird damit der Zugang zum System Bahn erleichtert und barrierefrei gestaltet. Und von Dienheim kommt man künftig schneller nach Mainz oder Worms. Zur Vereinfachung der Abwicklung koordiniert der ZRNN den kommunalen Finanzierungsanteil am Projekt und vertritt die kommunalen Interessen gegenüber dem Bauträger.

Gerd Schäfer, Referatsleiter im Infrastrukturministerium Rheinland-Pfalz, sieht den Erfolg des Rheinland-Pfalz-Takts im Ausbau der Infrastruktur von Stationen und Strecken und dem hochwertig vertaktetem Angebot auf der Schiene und wichtigen Regionalbuslinien. Er begrüßt die Beteiligung der Kommunen und des Bundes an den Kosten für die Modernisierung der Bahnstationen. Zusätzlich zu den vier wurden und werden alle anderen Bahnstationen zwischen Mainz und Ludwigshafen ebenso ausgebaut, so dass diese die S-Bahn-Erfordernisse erfüllen.

Für die Stadt Mainz sieht Verkehrsdezernentin Katrin Eder den großen Vorteil, dass mit der Bahn aus Mainz-Laubenheim eine schnelle Verbindung zum Mainzer Hauptbahnhof und Bahnhof Römisches Theater besteht, die dort gute Anschlüssen Richtung Frankfurt, Wiesbaden und Rheinhessen bieten. Sie ergänzt damit die Busverbindungen, die für die Feinerschließung in Mainz sorgen.

Niersteins Bürgermeister Thomas Günther ist sich sicher, dass mit dem neugestalteten Bahnhof und Bahnhofsvorplatz mehr Weinfreunde und Touristen in die Riesling-City Nierstein kommen. Günther weist daraufhin, dass der barrierefreie Zugang in Nierstein durch Aufzüge statt Rampen sichergestellt wird. Mit einer möglichen Kreisquerverbindung würde zudem Nierstein stärker zur Umsteigestation Bus/Schiene werden und neue Fahrtmöglichkeiten Richtung Undenheim und Nieder-Olm bieten.

Für Guntersblum hat Ortbürgermeister Reiner Schmitt das Ziel, dass künftig mehr Personen den Zug statt das Auto ab Guntersblum nutzen, auch Umsteiger aus den Höhengemeinden und vom Altrhein. Für Einwohner aus dem südlichen Teil Gunterblums bietet die neue Personenunterführung mit Treppen und Aufzügen den Vorteil, den Bahnsteig Richtung Mainz leichter erreichen zu können.

Dr. Winfried Hirschberger, Verbandsvorsteher des Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV Süd), lobt das nicht nur finanzielle Engagement der Kommunen zur Modernisierung „ihrer“ Bahnhöfe, das oft auch das Bahnhofsumfeld mit einschließt. Bis allerdings die aus- und neugebauten Bahnstationen eröffnet werden können, sorgen die Bauarbeiten noch für provisorische Bahnsteige und Ersatzzugänge und eine Streckensperrung für zeitweilige Behinderungen der Bahnnutzer. Er bittet dafür um Verständnis und Geduld. Die Streckensperrung wird in den Sommerferien zwischen Mainz und Worms und am Wochenende bis Ludwigshafen stattfinden. Allerdings rollen weiterhin werktags noch Züge morgens nach Mainz und nachmittags ab Mainz bis Worms. Zu den anderen Zeiten verkehren dann Busse.