VGK und VIO liefern nun Echtzeitdaten an RNN-Fahrplansystem
22. September 2015

BAD KREUZNACH. Frau Dr. Kaster-Meurer, Oberbürgermeisterin der Stadt Bad Kreuznach (auf dem Foto 3. von links), gab am 21. September 2015 bei einer Testfahrt in Bad Kreuznach zusammen mit den Vertretern der Rhenus Veniro, Regionalleiter Rolf Tödtmann (2. v. li.) und Projektleiterin Ute Thielges (re.) sowie Sven Malz, dem Betriebsleiter der VGK (3. v. re.) den offiziellen Startschuss zur Veröffentlichung der Echtzeitdaten. Anwesend waren zudem Michael Schué vom Referat Schienenverkehr und ÖPNV des Ministeriums des Innern, für Sport und Infrastruktur (2. v. re.); Hendrik Hezinger (li.) vom Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund (RNN) sowie Joachim Haas, Projektleiter der IVU Traffic Technologies AG (Mitte). Als erste Busunternehmen im RNN speisen nun die zur Rhenus Veniro-Gruppe in Rheinland-Pfalz gehörende Verkehrsgesellschaft Bad Kreuznach (VGK) und Verkehrsgesellschaft Idar-Oberstein (VIO) die Daten ihres Betriebsleitsystems (ITCS) über eine Datendrehscheibe in die RNN-Fahrplanauskunftssysteme ein.

 

"Die Echtzeitanzeigen erhöhen den Komfort für die Nutzer des ÖPNV. Das war auch eine der Forderungen vieler Bürger im Rahmen der Workshops für unser Verkehrskonzept, und wird sicherlich große Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger finden“, sagt Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer.

 

Verspätungen und Ausfälle sind im öffentlichen Personenverkehr nicht immer zu vermeiden. Kommt es zu Staus oder Störungen gerät der Fahrplan aus dem Takt. Fahrgäste auch in solchen Situationen bestmöglich zu informieren war eines der Ziele der 2011 vom Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur des Landes Rheinland-Pfalz (ISIM) gestarteten "Echtzeitinitiative im ÖPNV". „Informationen in Echtzeit sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal eines modernen ÖPNV. Darum fördert das Land diese Investitionen. Das Programm ist auch für dynamische Informationsanzeiger an stark frequentierten Haltestellen gedacht, wofür Kommunen Förderung erhalten können“, so Vertreter des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums zur Intention des Förderprogramms.

 

Um Echtzeitinformationen anbieten und über die aktuelle Verkehrssituation informieren zu können, bedarf es zum einen mit Ortungssystemen ausgestattete Busse und zum anderen eine Anbindung an ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem (ITCS) zum permanenten Vergleich der SOLL-IST-Fahrplanlage. Beides wurde im Rahmen der „Echtzeitinitiative ÖPNV“ realisiert.

 

Rhenus Veniro gehörte mit seinen Verkehrsunternehmen in Rheinland-Pfalz zu den ersten Antragstellern beim Ministerium. Rolf Tödtmann, Regionalleiter Süd-West war damals bereits sicher: "Auch wenn wir neben den Fördermitteln des Landes noch einen erheblichen Eigenanteil tragen müssen, sind wir von der Notwendigkeit der Echtzeitdatenermittlung überzeugt, um unseren Kunden in Zukunft einen wichtigen Service bieten zu können. Außerdem versprechen wir uns von der neuen Technik eine Unterstützung für unsere Fahrer bei der Ausübung ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit."

 

Nach einer europaweiten Ausschreibung lieferte die IVU Traffic Technologies AG ein mandantenfähiges ITCS-System. Das erste Busunternehmen bei Rhenus Veniro, welches mit IVU-Bordrechnern ausgestattet wurde, war Ende 2014 die Verkehrsgesellschaft Bad Kreuznach (VGK). Es folgte dann die Verkehrsgesellschaft Idar-Oberstein (VIO) sowie weitere Tochtergesellschaften.

 

Parallel dazu wurde, ebenfalls mit Unterstützung des Landes, eine landesweite Datendrehscheibe (DDS) beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN) in Mannheim aufgebaut. Diese Plattform, die auch das RNN-Fahrplansystem versorgt, bündelt die Echtzeitinformationen aus den verschiedenen Betriebsleitsystemen der Verkehrsunternehmen, verknüpft sie mit der elektronischen Fahrplanauskunft und gibt sie an diverse Auskunftsmedien weiter (z.B. Fahrplananzeiger an der Haltestelle, Fahrplanauskunft im Internet oder auf einer App). Seit kurzem werden nun auch die Echtzeitdaten der Rhenus Veniro-Betriebe VGK, Bad Kreuznach und VIO, Idar-Oberstein an diese DDS geliefert und den Fahrgästen auf verschiedenen Wegen in elektronischer Form zur Verfügung gestellt.

 

Über die Fahrplan-App "RNN Companion" des Rhein-Nahe Nahverkehrsverbundes GmbH können Smartphone-Nutzer sich überall und jederzeit über die aktuelle Fahrplanlage, d.h. auch über Verspätungen informieren und ihre Reise entsprechend planen. Die App wird für die verbreitet genutzten Betriebssysteme iOS und Android angeboten. Die Anzeige der Echtzeitdaten ist zudem auch auf der RNN-Internetseite auf einem neu eingerichteten Abfahrtsmonitor für jede Bus- und Bahnhaltestelle möglich, soweit dafür bereits Echtzeitdaten vorliegen. Die Integration der Echtzeitdaten in die RNN-Fahrplanauskunftsabfragen im Internet wird derzeit vorbereitet.

 

„Der Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund strebt an, neben Echtzeitdaten der VGK und VIO, auch die Daten weiterer Bahn- und Busverkehrsunternehmen über die Datendrehscheibe in die Fahrplanauskunftsmedien des RNN einzuspeisen zu können“, so RNN-Projektleiter Hendrik Hezinger. So ist zum Beispiel geplant, die Echtzeitdaten allen an die Datendrehscheibe angebundenen Verkehrsunternehmen bereitzustellen, damit sie sich gegenseitig über Anschlüsse abstimmen können, indem die Bordrechner dem Busfahrer in Zukunft anzeigen, wann die Anschluss-Bahn eintreffen wird, damit er entscheiden kann, ob er auf eine ggf. verspätete Bahn warten kann oder nicht.

 

Die Verkehrsunternehmen können die gewonnenen Echtzeitdaten darüber hinaus auch zur Optimierung von Fahrplänen nutzen. „Wir haben über die Auswertung der Echtzeitdaten festgestellt, bei welchen Fahrten und an welchen Orten regelmäßig Abweichungen zum Fahrplan auftreten. Diese Erkenntnisse werden in zukünftige Planungen einfließen", berichtet Sven Malz, Betriebsleiter der Verkehrsgesellschaft Bad Kreuznach mbH.

 

Im aktuellen Ausbauzustand ist das ICTS-System in der Lage Fahrzeuge zu orten und den weiteren Fahrtverlauf zu prognostizieren. An der Weitergabe konkreter Störungsinformationen (Grund und Dauer größerer Unregelmäßigkeiten, wie Fahrzeugstörungen oder Streckensperrungen) vom ITCS an die Datendrehscheibe wird bereits gearbeitet. Bis zur Umsetzung können sich die Fahrgäste wie gewohnt auf der Homepage der Verkehrsunternehmen VGK (www.vgk-verkehr.de) über Abweichungen informieren.

 

Quelle und Foto: Pressetext von Rhenus Veniro und IVU vom 21.09.2015

 

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