Zugausfälle bei Trans Regio: Landrätin fordert funktionierenden Ersatzverkehr
06. Juni 2019

„Es müssen wirklich alle Möglichkeiten geprüft werden, um die Auswirkungen des Lokführermangels bei der Mittelrheinbahn für die Schülerinnen und Schüler, die Berufspendler sowie alle anderen Bahnkunden abzumildern“, so lautet die Botschaft von Landrätin Dorothea Schäfer an das Eisenbahnunternehmen Trans Regio, das die RB 26 zwischen Mainz und Koblenz betreibt. Unter anderem sollten dringend weitere Busunternehmen angefragt werden, damit ein funktionierender Schienenersatzverkehr angeboten werden kann. Gerade für die Schülerinnen und Schüler sei dies wichtig, damit sie morgens pünktlich zur Schule kommen und nachmittags auch wieder zeitnah zu Hause sein könnten. Aber auch Berufspendler und andere Fahrgäste bräuchten vor allem eins: verlässliche Abfahrtszeiten der Züge und Busse.

Diese verlässlichen Zugverbindungen kann Trans Regio derzeit nicht bieten: Seit einigen Monaten fallen auf der Strecke von Mainz nach Bingen und weiter nach Koblenz und zurück viele Züge aus, ein geregelter Fahrbetrieb ist derzeit nicht möglich. Die Landrätin hatte das Thema daher kurzfristig auf die Tagesordnung der Versammlung des Zweckverbandes Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund (ZRNN) am 5. Juni 2019 setzen lassen: „Wir müssen maximale Transparenz schaffen“, sagte sie vor Eltern, Kindern und Lehrern, die bei der öffentlichen Sitzung im Kreistagssaal in Ingelheim ihrem Ärger Luft machten. „Für diesen Ärger habe ich vollstes Verständnis.“

Der Diskussion stellte sich der Geschäftsführer von Trans Regio, Ingo Pfundstein, dem die Landrätin des Landkreises Mainz-Bingen ausdrücklich für sein Kommen dankte. Er verwies darauf, dass seinem Unternehmen durch Langzeitkrankheit und Abwerbung seit dem vergangenen Jahr viele Lokführer fehlten und es schwer sei, neue Lokführer einzustellen. Zwar bilde sein Unternehmen derzeit aus. Aber bis die neuen Kolleginnen und Kollegen einsatzbereit seien, würden noch einige Monate ins Land gehen. Die personellen Probleme bei der Mittelrheinbahn könnten sich voraussichtlich erst im kommenden Jahr beheben lassen – bis dahin werden weiterhin Züge auf der RB 26 ausfallen. Ab 1. Juli wolle sein Unternehmen nach einem neuen Notfahrplan fahren, der zwar weniger Züge als bisher biete, die dann aber verlässlich fahren sollen. Zudem sollen einzelne Züge zu fahrgaststarken Zeiten mit mehr Wagen verkehren.

Doch damit nicht genug: Eine schnell zu bildende Arbeitsgruppe unter Leitung des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd mit dem ebenfalls anwesenden Verbandsdirektor Michael Heilmann an der Spitze wird eingerichtet und soll gemeinsam mit Trans Regio, dem RNN und dem Landkreis Mainz-Bingen nach weiteren Wegen suchen, wie die Situation verbessert werden kann. Dabei soll auch nach individuellen Lösungen gesucht werden, wie Heilmann sagte. Zum Beispiel könnten für  Kinder aus besonders betroffenen Gemeinden übergangsweise individuelle Lösungen für den Schulweg gesucht werden. Diese Möglichkeit soll jetzt geprüft werden. Ebenfalls geprüft werde, ob die Züge anderer Eisenbahnunternehmen zusätzliche Bahnstationen bedienen könnten, um die Zugausfälle an diesen nur von Trans Regio angefahrenen Bahnhöfen abzumildern. „Wir bleiben hier am Ball“, sagte die Landrätin Schäfer zu.

Der Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund und der Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Süd werden über den neuen Notfahrplan auf der RB 26 (Mittelrheinbahn) ab 1. Juli 2019 und die Ersatzverkehre informieren, sobald diese bekannt sind.

 

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